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Das Museum – Historie

Die Stadt Wörth am Main ist seit dem 13. Jahrhundert eine Schifferstadt.
In Wörth wurden ab 1652 auf verschiedenen Plätzen Holzschiffe gefertigt. Diese Tradition fand erst im Jahr 1918 mit dem Umzug der letzten Werft nach Erlenbach ein Ende. Noch heute ist eine Vielzahl von Binnenschiffen in Wörth beheimatet.

Mit dem 1991 eingerichteten Museum führte die Stadt Wörth die bereits im Jahr 1903 profanierte und lange Zeit dem Verfall preisgegebene St. Wolfgangskirche einer sinnvollen Nutzung zu.

St. Wolfgangskirche von 1830

St. Wolfgangskirche von 1830

Die von dem Museum genutzten Einbauten bilden einen gelungenen Kontrast zu dem steinernen Kirchenbau. Der Charakter des ehemaligen Kirchenraumes mit dem zweigeschossigen Emporeneinbau blieb weitgehend erhalten. Stege, Treppen und sonstige Konstruktionen, allesamt in leichter,  lichtdurchlässiger Stahlbauweise gehalten, nehmen Bezug auf die technischen Eigenkeiten der Schiffsarchitektur. Im Kirchenschiff werden auf drei Ebenen eine Vielzahl von maßstabsgetreuen Modellen, Werkzeugen, Geräten, Dokumenten und Bildern, auf der Freifläche im Museumshof verschiedene Schiffsteile (Originale) gezeigt.

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Die Ausstellung veranschaulicht die Bedeutung des Mains als Verkehrsweg, erläutert den Auftrag und Werdegang der Mainschifffahrt und gibt Einblicke in die Geschichte und Technik des Schiffbaus.

Im Medienraum – der ehemaligen Sakristei – informieren Filme über die Binnenschifffahrt und die Flößerei den Besucher. Themen sind die Flüsse, Kanäle, Häfen und Schleusen. Die Beiträge berichten über den Alltag der Binnenschiffer, beschreiben das Leben der Menschen an den Ufern der Gewässer und thematisieren die wirtschaftliche Bedeutung und den kulturellen Wert unserer Flüsse und deren Landschaften.

Der Besucher kann den gewünschten Beitrag am Steuerpult abrufen.

Das Museum präsentiert auf der 2. Empore den modernen Fahrstand eines Binnenschiffes.

Der Besucher findet hier die zum Navigieren eines Binnenschiffes eingesetzten, angeschlossenen Instrumente und Anzeigen im Original vor.

 

Auf den beiden Bildschirmen läuft die Simulation einer Radarsequenz und parallel dazu einer GPS-Darstellung (Positionsangaben).

Einmann-Fahrstand

Einmann-Fahrstand

Vier digitale Bilderrahmen, an verschiedenen Stellen angebracht, präsentieren Videoclips oder eine Diaschau mit erläuternden Texten und Hintergrundmusik.

 

In dem einstmals sakralen Gebäude mit einer hervorragenden Akustik finden aus besonderen Anlässen Veranstaltungen, wie Konzerte, Empfänge oder Vorträge statt.

 

Für die denkmalgerechte Sanierung bekam die Stadt im Jahr 1991 den Landespreis des Bundes Deutscher Architekten zugesprochen.

Preis: BDA Preis Bayern 1991
Titel: Sanierung und Umbau der St. Wolfgangskirche in Wörth am Main zu einem Museum der Mainschifffahrt
Ort: Wörth am Main
Architekten: Verena + Klaus Trojan, Harald Neu, Darmstadt
Bauherr: Stadt Wörth am Main

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